Nicht jeder Windows-10-Rechner muss jetzt weg.

Windows 10 bleibt privat noch bis 2027 kostenlos sicher, im Betrieb wird ESU jedes Jahr teurer. Warum ein Blick auf jedes einzelne Gerät jetzt mehr bringt als ein pauschaler Komplett-Tausch.

Ein Gerät geht nicht kaputt, es wird auf dem Papier obsolet: Der Support wird eingestellt, ein Software-Update verlangt Hardware, die fehlt, oder ein Hersteller entscheidet einfach, dass jetzt Schluss ist. Man nennt das smarte Obsoleszenz, und wirtschaftlich ist die Logik simpel: Neue Hardware und neue Lizenzen verkaufen sich besser als ein Gerät, das zuverlässig weiterläuft. Gerade jetzt liefert Windows 10 das deutlichste Beispiel dafür.

Windows 10 bekommt noch zwei weitere Jahre kostenlose Sicherheitsupdates. Zumindest für Privatgeräte. Microsoft hat das ESU-Programm im Sommer 2026 still und ohne große Ankündigung verlängert, von Oktober 2026 auf Oktober 2027. Für Unternehmen gilt eine andere, deutlich teurere Rechnung, und die wird jedes Jahr unangenehmer.

Die Rechnung hinter dem ESU-Programm

Der reguläre Support für Windows 10 ist am 14. Oktober 2025 ausgelaufen. Wer im Unternehmen weiterhin Windows 10 einsetzt, kann über das Extended-Security-Updates-Programm (ESU) noch bis zu drei weitere Jahre Sicherheitsupdates dazukaufen, pro Gerät und Jahr. Der Preis verdoppelt sich dabei jedes Jahr: offiziell 61 US-Dollar im ersten Jahr, 122 im zweiten, 244 im dritten, kumuliert 427 Dollar pro Gerät über drei Jahre. Je nach Anbieter entspricht das aktuell ungefähr 55 bis 80 Euro im ersten Jahr, mit derselben Verdopplung. Das Programm endet endgültig im Oktober 2028, und es gilt ausschließlich für kritische und wichtige Sicherheitsupdates, nicht für neue Funktionen oder Support.

Der jährlich steigende Preis ist kein Zufall: Microsoft macht Stillstand bewusst teurer, Jahr für Jahr. Windows 10 steht damit gerade nicht allein: Zum 1. Juli sind auch die Preise für die meisten Microsoft-365-Lizenzen gestiegen, teils um über 40 Prozent, aus anderem Grund, aber mit demselben Kern. Wer seine Geräte und Lizenzen nicht kennt, zahlt am Ende drauf.

Update, Umstieg oder Ersatz

Nicht jedes Windows-10-Gerät steckt in derselben Situation. Ein Teil eurer Rechner erfüllt die Voraussetzungen für Windows 11 bereits und braucht schlicht ein Upgrade, kein neues Gerät. Ein weiterer Teil ist für Windows 11 nicht geeignet, läuft aber technisch tadellos weiter: Wenn die Aufgabe nur Browser, Office und Mail heißt, reicht oft ein aktuelles, kostenloses Linux wie Ubuntu, läuft stabil, bekommt jahrelang Updates und braucht keine neue Hardware. Und manchmal ist ein Rechner einfach nur zäh, weil er noch eine Festplatte statt SSD hat und zu wenig Arbeitsspeicher; für 100 bis 200 Euro kauft man sich damit gut und gerne drei weitere Nutzungsjahre.

Übrig bleibt ein kleiner, ehrlicher Rest: Geräte, die technisch tatsächlich am Limit sind. Für die ist ESU nur ein teures Aufschieben einer Entscheidung, die ohnehin ansteht.

Warum das mehr ist als eine Kostenfrage

Ein Businesslaptop kostet zwischen 800 und 1.500 Euro. Bei 20 Mitarbeitenden und einem Rundum-Refresh sind das schnell 20.000 bis 30.000 Euro auf einen Schlag. Läuft die Hälfte der Geräte über Linux oder eine Aufrüstung zwei bis drei Jahre länger, verteilt sich diese Summe, statt alle Geräte gleichzeitig zu treffen.

Dazu kommt die Ökobilanz: Die Herstellung eines Laptops verursacht grob 300 bis 400 Kilogramm CO₂, mehr als der laufende Betrieb über die gesamte übliche Nutzungsdauer. Weltweit wächst Elektroschrott um rund 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr, nur etwa ein Fünftel davon wird fachgerecht recycelt. Zwei zusätzliche Nutzungsjahre pro Gerät sind deshalb keine abstrakte Zahl, sondern real: rund 150 bis 200 Kilogramm CO₂ weniger, pro Gerät.

Auch die EU zieht nach: Bis Ende Juli 2026 muss Deutschland die Right-to-Repair-Richtlinie umsetzen, die Hersteller zu Reparierbarkeit verpflichtet – Server und Datenspeicher gehören zur ersten Produktgruppe, klassische Business-Notebooks folgen aller Voraussicht nach später. Der Trend ist trotzdem klar: Wegwerfen wird politisch unbequemer.

Eine ehrliche Bestandsaufnahme spart euch Kosten und Ärger

Wir schauen uns bei unseren Kund:innen jedes Gerät einzeln an: Was erfüllt die Voraussetzungen für Windows 11? Was läuft locker mit Linux weiter? Was ist technisch am Limit und sollte ersetzt werden, bevor ESU überhaupt zur Debatte steht? Und wenn neue Hardware ansteht: Geräte mit langer Update-Zusage sind die bessere Wahl. Ein gutes Beispiel dafür ist Synology, ein Bereich, in dem wir uns auskennen: Viele ihrer Speichersysteme bekommen noch nach sieben bis acht Jahren Software-Updates. Wer seine Geräte im Rahmen einer laufenden IT-Betreuung betreuen lässt, bekommt diese Bestandsaufnahme ohnehin regelmäßig mitgeliefert.

Das Ergebnis ist selten „alles neu“ oder „alles bleibt“, sondern eine Liste mit klaren Empfehlungen pro Gerät. Wenn ihr wissen wollt, wo eure Geräte in dieser Liste stehen, ist unser IT-Consulting der richtige Einstieg dafür.

Jetzt unverbindlich kennenlernen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

phasedrei ist euer IT-Partner in der Metropolregion Rhein-Neckar. Zuverlässig und partnerschaftlich – auf Augenhöhe eben.